
An sich war der Blogkommentar nicht besonders auffällig, doch auf den zweiten Blick…
Er lobte zwar erst einmal meinen angeblich so tollen Artikel (Alleine das hätte mich vielleicht schon nachdenklich stimmen müssen, denn viele Spam-Kommentare beginnen so), ansonsten bezog er sich jedoch durchaus auf das Thema des Beitrags und schien auch von Menschenhand erstellt.
Werbebudget zum Fenster rauswerfen leicht gemacht
Doch der Kommentar war in meinem Spam-Ordner von WordPress gelandet, was durchaus ungewöhnlich ist, denn mittlerweile funktioniert die Akismet-Trennung doch recht gut. Bei einem Blick auf den Deeplink der mit angegeben wurde war recht schnell klar: Dieser “Kommentar” musste von einem Praktikanten, Werkstudenten oder ähnlichem eines großen Berliner Softwareunternehmens im Bereich Audio stammen. Solche Linksklaven sollen durchaus bereits in so manchem Firmenkeller beobachtet worden sein ;-)
Oder – was noch schlimmer wäre, und durchaus nicht selten vorkommen soll – eben dieses Unternehmen hat eine “SEO”-Agentur damit beauftragt, doch für teures Geld einmal zum Wachstum der Backlinks beizutragen, worauf günstige (um nicht zu sagen billige) Mitarbeiter bzw. Arbeitskräfte eben dieser Agentur diverseste Blogs mit gutem PageRank durchforsten, um dort mehr oder weniger erfolgreich ihr Glück zu probieren.
Warum nur?
Geld, das man sich sparen könnte. Denn wenn Akismet die entsprechende Bemerkung als Spam einstuft, so liegt die Chance recht gut, dass der Absender gemeldet wurde, und somit bei sehr vielen Weblogs sofort im Papierkorb landen dürfte. Und selbst falls nicht: Blogger sind nicht dumm, liebe Onlinemarketingspezialisten.
Selbst wenn nur ein Bruchteil der Kommentare dennoch durchkommt, ob die fehlende inhaltliche Nähe der Kommentare zum Aufgabengebiet der Ursprungsfirma für Google & Co. allzu wertvoll sein dürfte? Das wage ich zu bezweifeln.
Es gibt durchaus bessere Möglichkeiten
Mein Tipp an die Marketingverantwortlichen jener Unternehmen, die auf derartige Strategien setzen oder setzen lassen: Geben Sie das Geld besser für einen qualitativ hochwertigen (!) Corporate Blog oder ähnliche Instrumente aus, das dürfte mehr einbringen, effektiver und vor allem authentischer sowie weniger “auffällig” sein. So, genug gemotzt für heute ;-)













Ja, so ist es leider. Bei zu viel Lob gehen bei mir auch immer gleich die Alarmsirenen an.
@Robert: Aber zunächst einmal stärkt es das Selbstvertrauen, bis man dann die Keyword-Verlinkung entdeckt :-)
Man begegnet immer wieder solchen Kommentaren und ich frage mich dann auch oft, ob die uns für dumm verkaufen. Wobei ich mir dann immer überlege, dass es sich doch irgendwo lohnen muss, sonst würde man es doch nicht machen lassen oder?
Alles Liebe,
Nathanael
@Nathanael: Ich bin mir nicht sicher ob sich das wirklich lohnt. Zumindest nicht in dem Maße, wie die SEO-Agenturen (sollte eine solche dahinterstecken) es den Kunden gegenüber oft behaupten.
Da wird dann gesagt “wir haben für 100 neue Links gesorgt”, nicht aber was genau dahintersteckt. Dies natürlich nur bei den eher unseriösen SEO-Agenturen, von denen es aber leider wohl einige gibt..
Achso, naja klar. Aus der Sicht des Kunden lohnt sich das sicherlich nicht. Ich meinte damit eher die Agentur oder wer das auch immer anbietet.
Und Du hast absolut Recht, gibt halt überall schwarze Schafe.
Alles Liebe,
Nathanael
Wenigstens scheint sich hier der Kommentarersteller ein wenig Mühe gegeben zu haben. Mit Glück können solche Beiträge dann einen gewissen Mehrwehrt bieten.
Eine andere Frage – Du setzt nach eigenen Aussagen Akismet ein. Nach meinen Informationen ist das PlugIn aber in Deutschland wegen unserem beliebten Datenschutz nicht einsetzbar bzw. nur unter Auflagen. Siehe hier: http://spreerecht.de/datenschutz/2011-04/usability-vs-datenschutz-datenschutzrechtliche-einwilligung-ohne-opt-in
Gibt es Neuerungen oder “juckt” das Thema hier einfach nicht? :)
PS: Auch zum Thema Social Media Buttons gibt es Neuigkeiten: http://www.selbstaendig-im-netz.de/2011/12/12/recht/social-plugins-verstossen-gegen-datenschutz/
@Stitch: Gut dass du darauf hinweist. Derzeit teste ich Alternativen wie die Antispam Bee. Da ich aus welchen Gründen auch immer unglaublich viel Spam aus de USA bekomme hat sich bislang Akismet bei mir mehr bewährt.
Aber du hast Recht, den Datenschutz-Aspekt sollte man unbedingt beachten, siehe auch http://www.blogprofis.de/datenschutz-erwischt-es-jetzt-auch-akismet/1702/. Gleiches gilt für die Social Media Buttons, nach der Stellungnahme der deutschen Datenschützer steht hier ja noch eine endgültige Entscheidung aus..
Ich bekomme momentan auch unglaublich viel Spam aus den USA, den Antispam Bee zwar leider nicht gleich löschen, aber zumindest sehr zuverlässig herausfiltert – kann ich nur empfehlen.
AntispamBee von Sergej kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen und macht seine Arbeit äusserst gut, wie es Tanja bereits sagte.
Alles Liebe,
Nathanael
Dann sollte ich es wohl doch noch einmal ausprobieren..
Definitiv! :-)
Auf professionelle Spamkommentare sind wir auch vor kurzem gestoßen.
http://computer-oiger.de/2011/11/06/wie-spammer-mit-geturkten-kommentaren-auf-krisenwellen-mitschwimmen/
Bei diesen werden Textpassagen von offiziellen Pressemeldungen mit einer scheinbar unverfänglichen Bemerkung versehen. Wir vermuten hier, diese Kommentare sind von Hand erstellt und werden anschließend per Tool automatisch in den Blogs gepostet, in denen bestimmte Keywörter vorkommen.
Nun ja, die Spammer entwickeln sich eben auch weiter. Und schließlich haben wir dann immer mal wieder etwas Interessantes zu berichten. Aber ich verstehe diese Jungs auch nicht. Wahrscheinlich hoffen sie, dass sie mit diesen Aktionen den einen oder anderen Backlink erhalten, der nicht gleich gelöscht wird.
Hatte schon zu oft das Problem das ich nicht wusste ob es Spam ist…. kann auch nicht wirklich nachvollziehen warum manche Unternehmen auf solche Art Backlinks kassieren wollen, anstatt sich noch wenigstens “noch” Links zu kaufen. Zudem schadet es das Image und Ansehen ;-)
Grüße
Vincent
Hi. Spam kommt u.a. auch vermehr aus USA, weil dort Tools wie Linkfarmevolution (einfach mal googeln) extrem stark und gern genutzt werden. Und das Tool wird mit einer Datenbank gespeist (und permanent aktualisiert!) welche in vielen Ländern zu Keywords bezogen URL´s ausspuckt die u.a. WordPress-MU einsetzen. Daneben gibt es noch einige andere Tools, und in Amiland wird damit eben oft sehr “skrupellos” gearbeitet. Auch, weil es in der Masse immer noch genügend Blogs gibt, die weder Akismet einsetzen, noch sich darum (nicht mehr => nicht mehr betreute Blogs) kümmern. Schaut euch mal spasseshalber die Links derer an, die euch spammen wollen, dann sieht man oft sehr schnell und sehr schön, was da so läuft ;o)