Soziale Netzwerke – eine Gefahr für die Blog-Kultur?

Ein sehr schönes Thema welches zum heutigen Webmaster Friday gestellt wird, und an dem ich mich deswegen sehr gerne beteilige:

  • Werden die Kommentare im Blog weniger durch Facebook & Co.?
  • Verlagern sich Diskussionen, die man früher im Blog geführt hat, nun auf Social-Media-Plattformen?
  • Verändert sich auch die Art der Kommentare – bezogen auf Qualität und Tiefe?
  • Sind Social-Media-Plattformen gar eine Konkurrenz für Blog-Kommentare und -Diskussionen?

Ich habe mich früher bereits ab und an mit dieser Frage auseinandergesetzt, und kann diese Bedenken von daher durchaus verstehen.

Keine Angst vor’m bösen Mann..

Mittlerweile – was vor allem Facebook angeht – habe ich dabei jedoch weniger “Angst” dass uns Bloggern durch die Social Networks etwas weggenommen werden könnte. Der Grund ist ganz einfach: Zum einen sind die Diskussionen bei Facebook & Co. meist um einiges banaler als innerhalb einer typischen Blog-Diskussion, und gehen weit weniger in die Tiefe.

Ein anderer sehr berechtigter Einwand, den ich kürzlich innerhalb einer ähnlichen Diskussion bei Google Plus gelesen habe (ich weiß leider nicht mehr von wem): Kommentare und Beiträge in sozialen Netzwerken sind meist viel zu schnelllebig, als dass es bei einem Weblog jemals der Fall sein könnte.

Habt ihr schon einmal versucht, einen alten Kommentar von euch oder gar von einer anderen Person bei Facebook wieder aufzustöbern? Ich selbst probiere dies meist erst gar nicht aus, vielleicht sind alleine schon deswegen die Statements dort um einiges “platter”, weil diese ja eh im Nirvana verschwinden.

Auf einem Blog weiß ich meist ganz genau, ich muss nur nach dem entsprechenden Artikel suchen, und nichts geht – auch nicht “gefühlt” – verloren.

Doch was macht das Plus?

Nicht sicher bin ich mir allerdings, was die zukünftige Entwicklung von Googles neustem Streich angeht. Das Projekt ist eigentlich zu ambitioniert und zu intelligent konzipiert, als dass sich die Programmierer in diesem Fall nicht etwas Schlaueres, Nachhaltigeres überlegen könnten. Allerdings hat ja auch Google ein großes Interesse daran, von Bloggern genutzt und auch verlinkt zu werden.

Ich sehe all die Facebooks mittlerweile als gute Ergänzung, sowie vor allem als interessanten zusätzlichen Sprach- und Vermarktungskanal für Blogger. Und wenn es – wie bei Google + – wieder ein Stück mehr in Richtung Qualität geht, so kann uns dies eigentlich allen nur sehr recht sein.

Andere Meinung? Beim Webmaster-Friday mitmachen oder hier kommentieren. Danke und in diesem Sinne ein schönes Wochenende an alle Mitleser!


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Kommentare

  1. Wolfgang meint:

    Meiner Meinung nach wird FB eher im privaten Bereich und nur so zur Unterhaltung genutzt. Wirklich interessante Kommentare lese ich eher selten auf FB. Das verlagert sich ( ist auch gut so) meist in die Blogs.

    In dem Sinn sehe ich bei FB keine Konkurrenz, zumal FB immer wieder in die Schlagzeilen bzgl. des Datenschutzes gerät.

    Oder hat schon mal jemand Bedenken gehabt auf einen Blog zu kommentieren, weil der fürchten musste, die eigenen Daten werden verkauft/vermarktet?

    In diesem Sinn, schönes WE

    Wolfgang

  2. @Wolfgang: Das ist wohl wahr. Obwohl, das wäre doch einmal ein neues Geschäftsmodell :-) Nein im Ernst, ich sehe in FB auch keine ernsthafte Gefahr. Alles hat seinen Platz und seine Zeit..

  3. stef meint:

    Man stelle sich die zahlreichen Business- und non-private Blogs vor. Die sollen alle in soziale Netzwerke wandern? Wissen und Beiträge über Jahre gesammelt können gar nicht so gut aufgebaut und nachhaltbar gemacht werden wie in Blogs. Oder in Wikis.

    Ich denke da liegt ein großer Vorteil in Blogs. Ich merke auch schon, dass ich gern in meinen alten Beiträgen stöbere und mich immer wieder selbst überraschen kann was ich damals geschrieben habe. Geht mit FB, Google+ & Co. nicht.

  4. vanvox meint:

    Ich denke auch nicht, dass Kommentare in den Blogs durch Facebook und Google+ weniger werden. Ich bekomme dort eher selten Kommentare, wenn dann eher mal +1 und ich mache es genauso. Kommentare hinterlasse ich im Blog.
    Und außerdem lösche ich auf Google+ ab und zu Beiträge, dann sind auch die Kommentare weg.

  5. Ronny meint:

    Ich kann mich den vorherigen Kommentatoren nur anschließen. Die Tiefe in den socialen Netzwerken kommt einfach zu kurz. Kommentare wie „Nice“, „Hübsch“ oder Cool“ gehören dort eher zur Tagesordnung und drücken die Emotionen der Nutzer aus. Dazu gesellen sich Links und Quellen mit kurzen Anmerkungen wie „lest mal hier“ oder „hier gibt’s auch interessante Infos“. Woher kommen diese Links? Newsseiten, Wikipedia und vor allem Blogs.

    Wenn man jetzt berücksichtigt, dass diese Kommentare immer seltener auf der eigenen Webseite auftauchen, dann bin ich darüber mehr als froh. Was bringt es schließlich meinen Lesern, wenn sie solche Kommentare bei mir unter einem Beitrag lesen? Rein gar nichts. Ich erwarte schließlich auch auf anderen Blogseiten in den Kommentaren weiterführende Infos und Ausführungen. Lobpreisungen sind zwar schön für den Blogger, bringen dem Leser aber rein gar nichts.

  6. @stef: Das ist ein wichtiger Grund ja, bei Blogs stößt man zum Beispiel über Google manchmal sogar zufällig über alte Beiträge, das geht bei den Netzwerken nicht..
    @Vanvox: Welche Beiträge löscht du denn im Nachhinein wieder, obwohl du sie dort gepostet hattest?
    @Ronny: Ein guter Aspekt, den ich noch gar nicht berücksichtigt hatte. Bei manchen Kommentatoren und ihren “Werken” wäre es wohl wirklich besser, sie wandern zu Facebook ab ;-)

  7. vanvox meint:

    @Michael Ich habe die Angewohnheit auf Social Media gewisse Beiträge öfters zu posten, z.B. meinen “Nur für Frauen…” Beitrag. Auf Google+ habe ich diesen Beitrag auch gerne ganz weit oben im Profil. Dazu teile ich ihn nochmal und lösche die alte Instanz, damit er nicht mehrmals auftaucht. Und dann sind auch die Kommentare weg. Das müsste ich nicht tun, wenn ich die Reihenfolge der Beiträge ändern könnte. Das geht aber nicht, oder habe ich etwas übersehen?

  8. @Vanvox: achso, nein das scheint tatsächlich nicht zu gehen.. Schreib doch mal ein Feedback an das Plus-Team))

  9. Yves meint:

    ich bin auch der meinung, dass man die blog-kultur nicht wirklich durch die social-networks beeinträchtigt wird. blogs bieten im gegensatz zu den networks viel mehr möglichkeiten und freiräume.
    wie wolfgang auch schon meinte sind gerade facebook und studiVZ in meinen augen auch nur zur unterhaltung geeignet.

  10. Katja meint:

    Hey, ich kann mich nur anschließen… Mann muss im Auge behalten, dass FB und etc. eine ganz andere Funktion haben. Ich persönlich nutze Facebook eher als eine Art Email, man kann da super die Kontakte zu alten Freunden pflegen…

    Aber wie schon oben erwähnt wurde, richtig interessante Posts lese ich immer noch in den Blogs, von daher gibt es keinen Grund zur Angst..

  11. Marahrens H. meint:

    Ähnlich wie einige Vorredner nutze ich Facebook zur Pflege von persönlichen Kontakten, erhalte dort Freizeitgestaltungsvorschläge und Erinnerungen bzw. Einladungen zu Geburtstagen. Nachrichten, allgemeine News oder Recherchen sind dort kaum zu finden. Dafür haben wir Blogs (zum mitdiskutieren) und natürlich auch die weniger interaktiven Websites.
    Ich bin auch froh, dass es diese Vielzahl der Medien gibt. :D

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