Blog-Spam durch unseriöse “SEO” Agenturen

Jeder Blogger hasst Kommentar-Spam. Am schlimmsten sind die Anfragen der Art: ein Herr oder Frau “Wellness Hotel Südtirol” oder so ähnlich schreibt

toller Beitrag, endlich ist das einmal richtig erklärt, weiter so.

Ich weiß, wir hatten dieses Thema schon einmal. Aber was mir in letzter Zeit zusätzlich auffällt: anhand der angegebenen Emailadressen, der Muster ähnlicher Spamversuche etc. scheinen immer mehr dieser nun wirklich alles anderen als professionellen Versuche sich einen DoFollow Backlink zu ergattern von ominösen Dienstleistern, selbsternannten SEOs (Suchmaschinen”optimierer”) oder sonstigen zwielichtigen Agenturen zu stammen.

Im besten Fall einfach nur unnütz

Im Fall des unbekannten Wellness-Hotels xy oder der Pension Erika scheint das nicht wahnsinnig schlimm, im Zweifelsfall seo-technisch (zumindest auf meinem Technikblog und mit einem derartig dummen Kommentartext) einfach nur unnütz zu sein. Von daher: herausgeworfenes Geld, bringt nichts, schadet aber vielleicht auch nix.

Doch wenn größere Unternehmen als Auftraggeber dahinter stecken und von einem solchen “SEO” als vermeintlicher Absender genannt werden (alles schon erlebt), dann steht das Renommee eben dieser Firma auf dem Spiel. Und das ist dann schon weniger lustig.

Ich habe manchmal das dumpfe Gefühl, dass manche Marketingverantwortliche gar nicht wirklich wissen, was die beauftragte SEO-Agentur (oder die dahintersteckende ein-Mann-Firma) für Leistungen erbringt und auch abrechnet. Gerade wenn immer die gleichen Keyword-Kombinationen Verwendung finden kann man davon ausgehen, dass Google diese Masche längst durchschaut. Und auch hier gilt: Im besten Fall sind solche Links gar nichts wert, im schlimmsten Fall und in Kombination mit ähnlichen SEO-Sünden wird Google wahrscheinlich wohl sogar nicht sonderlich amüsiert sein.

Derartige Ausgaben kann man besser anlegen

Mein Tipp: Man sollte immer darauf achten, welche Art von Backlinks eine Agentur wirklich fabriziert, ob diese in einem sinnvollen und passenden Kontext erscheinen, und natürlich aufgebaut sind. Bei allem anderen gilt meines Erachtens: Das Geld kann man sich sparen, und sollte man lieber in qualitativ hochwertigen (Blog-) Content stecken, der verbreitet sich meist von alleine und ohne künstliches Nachhelfen.

Foto: Michaela Kobyakov, Österreich


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Kommentare

  1. vanvox meint:

    Weil es hier gerade um Spam-Kommentare geht: Ich hatte neulich einen, der hatte als Namen etwas in der Art “Vorname // Nachname” angegeben, wobei Nachname ein Keyword war. Der Inhalt war passend und eigentlich perfekt. Und der Kommentar wäre mir gar nicht als Spam aufgefallen, wenn nicht die Slashes gewesen wären. Weiß jemand, was die bedeuten? Warum gibt ein SEO Slashes im Namen an?

    • Das hatte ich jüngst auch, aber ohne die Slashes.. Was man sich davon wohl verspricht, keine Ahnung leider oder zum Glück..

      • Möchte mich hier mal dagegen aussprechen, Slashes grundsätzlich abzulehnen! Ich mach das – ganz ohne SEO-Absichten – beim Kommentieren auch gerne, indem ich das jeweils themenrelevante Blog neben dem Namen nenne. (Hier wäre es jetzt zwar eher mein Rund-ums.Netz-Blog Webwriting-Magazin, aber zur Demo bzw. wegen des “Keyword-Charakters” setze ich mal mein “unverbissenes” Veggie-Blog ein.)

        Hat sich bisher niemand dran gestört – und es wird für Vielleser und Poster in den von mir besuchten Blogs deutlicher, dass es immer diesselbe Claudia ist, die eben zu verschiedenen Themen bloggt.

        • vanvox meint:

          Ich habe gestern mal im Abakus-Forum nachgefragt, die waren alle der Meinug, dass Slashes OK sind und sie das nicht löschen.
          “Vorname//Keyword” lässt man in den Kreisen eher durchgehen als nur ein Keyword. Nachteile für den Blog gäbe es keine.
          So ganz hundertprozentig wurde ich nicht aufgeklärt…

          Ich habe das bislang noch nicht gesehen, bei mir eben zum ersten Mal und habe dann den Namen abgeändert, denn der Kommentar war ja sonst passend. Nicht dass ich dem Kommentator sein Keyword nicht gönne, aber wenn es für meine Leser nach SEO-Kommentar aussieht, dann geht das bei mir nicht durch.

  2. René meint:

    Wie recht du doch hast! Das schlimme in meinen Augen ist nur das viele Auftraggeber gar nicht wissen wie diese Agentur den Auftrag abarbeitet…

  3. Thom meint:

    In diesem Fall würde ich den Mitbewerber rausfinden und diesen verlinken ^^ solche Spässchen mache ich mir schonmal am Wochenende.

  4. TimoHL meint:

    toller Beitrag, endlich ist das einmal richtig erklärt, weiter so

    Achne, wollte ja doch was anderes sagen :-)
    Ich habe mir schonmal überlegt mir die ganzen Seiten rauszusuchen und diese mit den gleichen Kommentaren zu belästigen. Leider hatte ich nicht die Zeit dafür :-) Aber jedes mal wenn die mir ein Kommentar hinterlassen eine Email mit einem Dank für das tolle Kommentar wäre doch auch ganz Nett oder nicht?

  5. Melinda meint:

    Kommentare sind ebenfalls ein wichtiger Faktor beim Backlink-Aufbau…leider werden oft bei den Agenturen die Praktikanten oä. damit beauftragt und dann kommen solche Ergebnisse heraus.

    Ich setzte auch Kommentare beim Linkbuilding ein und gebe in den Reports auch die URL der Kommentare an die Kunden weiter, damit diese geprüft werden können…doch ich schreibe auch keinen Müll und auch keine Keywordnamen…hat am Ende weniger Wirkung, aber dafür ist es für den Blogbetreiber nicht störend, da es zur Diskussion beiträgt und ich weiss das ich keinen damit belästigt habe…

    FAZIT: Kommentare für den Backlink-Aufbau sind ebenfalls wichtig, nur muss man an die Sache herangehen wie wenn man für die eigene Seite arbeitet…da möchte man ja auch nichts schlechtes und ebenso sollte man die Blogs nicht mit so einem Müll belästigen (wird dann sowieso gelöscht)!

    Aber am Ende wird aber auch SEO und der Bereich des Backlink-Aufbau immer von den Gegenreaktionen auf die Google Veränderungen geprägt…die Arbeit sollte aber dann nicht von den Praktikanten gemacht werden sondern vom Profi, für das der Kunde auch gezahlt hat!

  6. Ronny meint:

    Ich kann dir nur Recht geben. Spamkommentare sind wirklich nervend.
    Wenn ich nicht eindeutig zuordnen kann, ob es sich bei dem Kommentar um Spam handelt, schmeiß ich nur den Link raus und lass den Kommentar stehen.

    Bevorzugte Kandidaten sind dabei alle Unternehmensseiten, auf denen mir sofort Produktwerbung entgegen popt und natürlich solche Seiten die Finanzdienstleistungen anbieten.

    Blogs und Webseiten mit wirklichen guten Inhalten werden natürlich nicht gelöscht. Man weiß ja schließlich als Blogger was Arbeit macht oder nur dahingepinselt ist. ;)

  7. Timo meint:

    Ist mir auch in den letzten Monaten aufgefallen, das diese Kommentare zunehmen. Manchmal sind diese zwar auch ausführlicher als “guter Beitrag” und enthalten auch wichtige Punkte, trotzdem überlege ich dann immer dreimal ob ich den Beitrag freischalte. Auch bin ich mir dann immer unsicher, ob ich den Beitrag dann löschen soll oder vielleicht doch veröffentlichen, nur die Url entfernen. Beides irgendwie doof :)

  8. Ben meint:

    Seit ich mit Akismet arbeite haben sich die Spamprobleme größtenteils erledigt. Waren es vorher immer 100te von Mails am Morgen mit Kommentaren meist in englisch hat sich das Problem jetzt komplett gelöst.

    Bei Agenturen lass ich den Kommentar durch, wenn er zum Thema passt und die URL ebenso.

    Ich kann mir auch überhaupt nicht vorstellen, das die Quote bei solchen Beiträgen sonderlich hoch sein kann. Die meisten Blogger haben ja sowieso keine auto approve Kommentare eingeschaltet und WordPress steht ja default auf nofollow. Der Sinn dieser Art von Blogspam wird mir wohl immer verschlossen bleiben.

  9. Sebastian meint:

    Das dich der Spam nervt, kann ich gut verstehen. Aber unnütz sind solche Links nicht. Ein Link ist ein Link und nicht nur themenrelevante Links bringen etwas. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so recht, woher dieser Irrglaube kommt, nur themenrelevante Links würde etwas bezogen aufs Ranking bringen. Nicht mal Google selbst sagt das, Google sagt lediglich themenrelevante Links werden stärker bewertet. Das bedeutet doch aber nicht, das nicht themenrelevante Links unnütz sind.
    Und die Praxis zeigt doch das diese Links etwas bringen. Denn ansonsten würde niemand Blog Kommentare spammen. Einfach anzunehmen jeder der spammt ist dumm, ist etwas vermessen und damit macht man es sich auch zu einfach. Mail Spam existiert auch schon seit Jahren. Und auch da muss man sagen, wenn es nicht funktionieren würde, würde es keiner machen.

    • @Sebastian: Ich bin mir da seit Google Panda nicht mehr so sicher. Es gibt bereits einige SEOs die m.E. zu Recht davon ausgehen, dass Google natürlich alles andere als “dumm” ist und schon längst gerade solche plumpen Spam-Versuche erkennt.

      Nach der neuen Qualitätsrichtlinie von Google – die ja auch ständig überarbeitet wird – wäre es nur folgerichtig solche Links nicht in die Wertung mit einzubeziehen oder gar negativ zu werten.

      Siehe auch die letzte Ausgabe der “Website Boosting” zu diesem Thema..

  10. Tanja meint:

    Du darfst an dieser Stelle auch die andere Seite der Medaille nicht vergessen. Ich hatte schon etliche Fälle, wo es so aussah, als würden richtig große Anbieter in meinen Blogs auf solche oder ähnliche Weise kommentieren.

    Da Kommentarlinks zu den “spammy” Links gehören (Links auf die man selbst Einfluß hat, die man selbst setzen kann, wie z.B. auch Webkatalog Einträge, Gästebücher etc.). gibt es auch so einige, die auf diese Weise ihre Konkurrenz abschießen wollen. Da ist es nicht die Agentur oder der Anbieter selbst, der ein solches Vorgehen beauftragt (meistens sind sie sich auch bewußt, dass so was nichts bringt, bzw. auch schädlich sein kann), sondern schlicht und ergreifend böse Absicht der Konkurrenz!

    • @Tanja: Auch eine Möglichkeit, aber dann würde die “echte” Firma doch das sicherlich irgendwann erkennen und dem entgegenwirken?

      • Tanja meint:

        Und wie willste so was “entgegenwirken”? Alle Blogger, die entsprechenden Kommentare freigeschaltet haben anschreiben? Was für ein Akt.

        Als mir so was mal passiert ist (waren haufenweise Gästebucheinträge) habe ich bei Google einen reinclusion request gestellt. Rankings haben innerhalb von 1-2 Wochen wieder zurück.

        Alles in allem ist es aber eher komplett suboptimal für die gesamte Blogosphäre, wenn zu viele so was freischalten. Das läuft dann unterm Strich in eine komplette Entwertung oder Abwertung von Kommentaren etc. Wie von einigen SEOs vermutet wird, sind wir bereits auf einem solchen Stand.

        • vanvox meint:

          Lieb sein zur Konkurrenz, dann tut sie solche Dinge nicht :-)…

          Und diese “spammy” Links, die man selbst setzen kann nutzen wir doch alle. Denn so ziemlich jeder hier hat sich in diesen Webkatalogen selbst eingetragen (muss man nur ein bisschen runterscrollen in den Footer-Bereich), oder setzt auch bewusst mal Backlinks in Form von Kommentaren und so weiter. Und allein durch natürliche Verlinkung einen langen grünen Balken und gute Positionen in den SERPs schaffen auch nur ein paar wenige. Um ehrlich zu sein, ohne diese “spammy” Links wäre mein Blog nicht so weit.
          Über dieses Thema kann man lange diskutieren.
          Sind wir nicht alle ein bisschen selbsternannte SEOs?

          • Tanja meint:

            @vanvox: Ich würde mich nie SEO nennen, auch bzw. gerade weil ich bereits auf 6 Jahre Erfahrungen in diesem Bereich für verschiedenste Branchen und Zielseiten blicke. SEO ist wesentlich mehr als nur das bißchen Onpage und Offpage, das die meisten kennen. Das kann man auch deutlich an den vielen Beiträgen im Netz erkennen, die nur so von Halb- bis Un-Wissen glänzen.

  11. Melinda meint:

    @Vanvox: Wahre Worte die Du da sprichst…

    @Tanja: SEOs setzen auch auf Kommentare…solange die Funktionieren geht es und wenn nicht wird wieder etwas neues gesucht und gefunden.

    Das war so und wird auch so sein…

    …Aktion – Reaktion…

    • Tanja meint:

      @Melinda: Gerade auch deshalb finde ich es so wichtig, solchen Quatsch nicht freizuschalten. Letzendlich schaden sich die Blogosphäre damit nur selbst. Sind solche Links mittlerweile kaum mehr was wert, könnten sie auch bald gar nicht mehr zählen. Getreu dem Motto “Schütze sie vor sich selbst, denn sie wissen nicht was sie tun” ;-)

  12. Jürgen H. meint:

    Na ja, themenfremde Beiträge gehen ja noch, ich hab selbst Werbespams von Anbietern bekommen, die versprechen Millionen Links in fremden Blogs unterzubringen. Dann bekam ich selbst linkgespickte Nonsenskommentare ohne Ende auf meinem Blog. Das nervt dann richtig!

  13. Heiner meint:

    Diese Art von Kommentaren ist in letzter Zeit immer häufiger Bestandteil von Google Bowling Kampagnen.

    @vanvox Das mit den Slashes ist unbedenklich.

  14. Alex meint:

    Hallo, ich persönlich handhabe die Sache mit den Blog – Kommentaren folgendermaßen: Wenn schon eine ganze Handvoll Kommentare mit reinen Keywords als Namen existieren, so passe ich mich dessen an und kommentiere ebenfalls mit Keyword – Namen, denn dieses muss ja, aufgrund der schon vorhandenen Kommentare, seitens des Blog – Betreibers so geduldet werden. Wenn jedoch die vorhandenen Kommentare, so wie hier, alle der Norm entsprechen, so passe ich mich ebenfalls dessen an und kommentiere ebenfalls der Norm entsprechend.

    • Pablo meint:

      Ja, ich glaube, dass machen die Meisten so :) Keyword hin oder her – der Kommentar sollte vor allem Mehrwert haben und angenehm lesbar für den Autor und für andere Lesenden sein. “Tolle Seite, weiter so” sind eine Plage :/

  15. Sascha meint:

    Für einen guten Kommentar vernünftig und sachbezogen, könnte man dem Autor des Comments schon mal eine Belohnung in Form eines doFollow Links geben. Wäre auch kein Problem wenn diese Spam Idioten nicht wären. Es gibt nämlich noch Leute dadraußen die sich wirklich mal Zeit nehmen einen Artikel durchzulesen und auf die Thematik einzugehen, wenn Sie das Thema interessiert.

    was aber gar nicht geht sind die blog-seo-softwares, bei denn 100 mal das gleiche verfasst wird, sprich eine automatisierte Anmeldung für Link im Text, am besten noch in englisch russisch oder polnisch oder kommentare alla “schöner blog” toller artikel” usw. typische spam kommentare. Deren Kunden erhalten dann wohl irgendwelche dubiose Anmeldeprotokolle wo angeblich Linkbuilding gemacht wurde. Im Grund genommen schon eine Sauerei.

    Von Askiment würde ich eher abraten mittlerweile, ich nutze Antispam-Bee da kann man Kommentare z.b. nur in bestimmten Sprachen etc. zulassen und weitere sinnvolle filtereinstellungen. Spam von Ausländern habe ich seit einsatz von antispam bee so gut wie gar nicht mehr. Vorher hatte ich jeden Tag alles voll mit automatisierten Comments.

    Ich suche noch ein Plugin für WordPress mit dem ich explizit einen User auf nofollow setzen kann nicht alle. hat das grade mal einer parat, hab jetzt ein paar plugins durch, aber keines scheint richtig zu funktionieren….

  16. Hans meint:

    Das größte Problem ist leider die Unwissenheit vieler Menschen. Schaut man sich alleine mal bei Ebay einige SEO Angebote an, wird einem schnell schlecht. 10000 Backlinks für 15 Euro. Drunter steht dann noch was vom ersten Platz bei Google und paar naive Webmaster schlagen zu. Ich finde es schon fast kriminell solche Dienstleistungen zu verkaufen. Man zieht einem Kunden Geld aus der Tasche für etwas, mit dem er wahrscheinlich mehr Ärger als Erfolg haben wird. Aber okay, schwarze Schafe gibt es überall.

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  1. [...] Doch jetzt zum eigentlichen Thema, um das es in dem Artikel gegangen ist…Blog-Spam durch unseriöse “SEO” Agenturen. [...]

  2. Suchmaschinenoptimierung sagt:

    Anm. Michael Firnkes:Schon lustig, wenn man ausgerechnet einen Blogbeitrag über SEO-Spam mit SEO-Spam zuspammt, die URL habe ich mal rausgenommen)):

    [...] werden sie gesehen. Professionelle SEO Agenturen führen aber auch diese Maßnahme durch.Um ein besseres Ranking einer Onlinepräsenz in den Suchmaschinen zu erwirken, sollte eine professio…Computer-Nutzer ist in der Regel ausschließlich an den ersten Ergebnissen seiner Recherche [...]

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