Artikelserie Corporate Blogs 3: Wer bloggt, und wer ist eigentlich meine Zielgruppe?

Nachdem der zweite Teil unserer Serie sehr schön verdeutlicht hat, welches Rüstzeug ein Firmenblogger mit sich bringen sollte, stellen wir uns heute zwei weitere spannende, und vor allem existentielle Fragen auf dem Weg zum eigenen Corporate Blog:

Wer schreibt denn da, und vor allem für wen?

Aus eigener Erfahrung kann ich allen Unternehmern oder Marketingverantwortlichen nur dringend davon abraten, die Frage des “wer bloggt” zu unterschätzen.

Dies ist weder eine Aufgabe für den unterforderten oder zu befördernden Marketingmitarbeiter x, den “nie Zeit habenden” Abteilungsleiter, den detailverliebten Produktmanager, und schon gar nicht für eine Praktikanten- oder “Hilfsarbeiter”stelle.

Manchmal weblogt zwar auch der Chef selbst, was bei nach außen zielenden Web-Tagebüchern zwar gut ankommen kann, aber nicht muß, vor allem nicht (bitte nicht böse sein) wenn dabei nur eine gewisse “Eitelkeit” oder der Drang nach Außendarstellung der Chefetage eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt.

Nicht jedes Unternehmen hat natürlich das Budget,

einen eigenen Mitarbeiter für ein Weblog zu akquirieren. Allerdings sollte man sich bewusst sein: Mit einem gut gemachten Firmenblog können sich die Ausgaben für einen solchen Online-Redakteur sehr schnell mehr als amortisieren, und man kann sich dafür sogar die eine oder andere (Print-) Anzeige bzw. ähnliche Maßnahmen sparen.

Wenn ein eigener Mitarbeiter, dann sollte dieser zwar eine grundlegende Ahnung und vor allem eine gewisse Leidenschaft für die Blog- bzw. Firmenthematik haben, vor allem jedoch wissen, wie man gut, professionell und zielgruppengerichtet schreibt.

Schon alleine deswegen würde man möglicherweise einem guten externen Redakteur (von denen es durch die Printmedien-Krise nach wie vor leider viele Jobsuchende gibt) den Vorzug vor Mitarbeiter xy geben.

Reicht das Marketingbudget absolut nicht aus hierfür bzw. will man erst einmal einen Blog-Testlauf unternehmen (der jedoch bei zu geringen zur Verfügung stehenden Ressourcen von vonherein zum Scheitern verurteilt sein wird), der kann gegebenenfalls eine entsprechende Blog-Marketing-Agentur hiermit beauftragen.

Selbst schreiben, oder doch lieber schreiben lassen?

Sehr wichtig ist jedoch eine überaus gute Qualität dieses Dienstleisters, die man vor allem über entsprechend bereits vorhandene Referenzen herausfinden kann.

Und wer ist nun eigentlich meine Zielgruppe?

Wir schreiben diese Serie weniger für rein interne Intranet-Blogs, sondern nehmen an, dass unsere Leser vor allem von den wirklich großartigen Marketingmöglichkeiten eines nach “außen” gerichteten Weblogs profitieren wollen.

Wie schon erwähnt geht es dabei jedoch alles andere als um pure Selbstdarstellung. Ein Blog (auch oder gerade ein Corporate Blog) muss wie bereits erwähnt vor allem eines sein: Authentisch.

Und da stellt sich naturgemäß als erstes natürlich die Frage: Für wen will ich eigentlich schreiben, bzw. wer soll das Firmenblog denn lesen:

  • Der Bestandskunde, der sich über Produktneuerungen aber auch die besten Tipps und Tricks im Umgang mit Produkt x informieren will, und dabei am besten noch einen Folgeauftrag anbahnt?
  • B2C-Produktfan y, der vollkommen von der bloggenden Firma überzeugt ist, und diese Begeisterung am besten viral (Facebook & Co.) weiterverbreiten soll?
  • Skeptiker z, der immer etwas zu “meckern” hat, und sich einfach nur lauthals Gehör verschaffen will?
  • Der Kunde oder die Kundin in spe, die bislang ausschließlich bei der Konkurrenz einkaufen?
  • Der junge Technik-”Nerd”? Die stilbewusste, moderne Frau von heute? Der Senior der Familie, der sich besser mit dem Internet auskennt als man denkt (der aber vielleicht gleichzeitig auch kritischer ist)?
  • Nicht zu vergessen: Portalbetreiber x, Blogger y oder Journalist z, die auf der Suche nach wirklich spannenden (möglichst nicht werblichen) Themen sind?

Am liebsten möchte man natürlich alle erreichen

(ja, gerade auch die “Meckerer”, Sie haben richtig gelesen), und mit einem gut und vielseitig aufgestellten Blog bzw. entsprechend interessanten Themen sollte einem dies auch gelingen.

Die wirkliche Leserschaft wird man oftmals erst mit einiger Zeit kennenlernen, und dürfte dabei so manches Mal erstaunt darüber sein, wie differenziert aber auch hochwertig sich dieses Weblog-Publikum meist zusammensetzt.

Auch kann man natürlich im Laufe des Blogs die gewünschte Zielgruppe durch neue Schwerpunkte im Content etc. steuern.

Trotzdem ist es mehr als sinnvoll sich – zusammen mit dem Blog-Schreiber oder der Agentur der Wahl  – stets intensiv mit den Zielen sowie der Zielgruppe eines Firmenblogs auseinanderzusetzen, bevor man diesen startet.

Bisherige Teile unserer Serie:


Blogprofis.de setzt auf Genesis Themes

Genesis Framework

[Anzeige] Dir gefällt unser Blog-Design?

Unserer Ansicht nach der einfachste Weg, schnell und effizient professionelle Wordpress Blogs zu gestalten: Genesis!..

Kommentare

  1. Ronny meint:

    Sehe ich auch so. Ohne ein gutes Strategiepapier kann eine Webseite schnell gegen den Baum gefahren werden. Am Besten gefallen mir immer wieder Beiträge bei denen man nicht weiß wohin man vor den eigenen Lobeshymnen fliehen soll. Ohne einen eigentlichen Mehrwert für die Besucher der Webseite, bleibt diese nur eine bunte Seite mit Klickelementen.

  2. @Ronny: Das stimmt. Im schlimmsten Fall – oder sogar meistens – können solche “Lobhudeleien” eher nach hinten losgehen, da gibt es im Netz immer wieder zahlreiche (für die Firmen peinliche) Beispiele.

    Deswegen finde ich Jörgs Rat sehr gut, sich vor einem Start intensiv mit der Blogosphäre, dem Wirken und der Philosophie (bzw. manchmal auch den Eigenheiten) der “normalen” Blogger auseinanderzusetzen.

Ihre Meinung ist uns wichtig

*

Trackback URL